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Matthias Rüsch

Elsbetha Bünzli heimgeholt

10. April jpg (Foto: Matthias Rüsch)
Fr. 10.04.2026, 19.00 bis 20.00 Uhr
Reformierte Kirche Uster, Zentralstrasse 41, 8610 Uster
Die Veranstaltungsreihe «Elsbetha Bünzli 1656 / 2026: heimgeholt» findet am 10. April mit der Vernissage eines Gedenkortes im alten Friedhof und einem öffentlichen Erinnerungsakt in der Kirche zum Abschluss.

Mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungen haben wir zurückgeschaut und versucht, das unendliche Leid zu deuten, das Elsbetha Bünzli aus der Gesellschaft widerfahren ist. Die Eröffnung eines Gedenkortes im alten Friedhof und der Erinnerungsakt in der Kirche kann geschehenes Leid nicht rückgängig machen. Wir suchen jedoch die ‘moralische’ Rehabilitation. Wir entziehen Elsbetha Bünzli dem problematischen Zugriff: Sie war keine Hexe. Die Dorfgemeinschaft und die Verantwortungsträger von damals hatten versagt. Mit ihrer magischen Weltsicht haben sie eine ihr unbequeme Person ‘verteufelt’. Es ist juristisches und gesellschaftliches Unrecht geschehen.

Wenn wir uns mit einer Dunkelstelle unserer eigenen Geschichte auseinandersetzen und dem ‘magischen’ Ausgrenzungshandeln von damals, können wir nicht umhin, den Blick auch auf die heutige Zeit und die aktuelle Gesellschaft zu weiten. Wie gehen wir heute mit uns unliebsamen Personen um? Wo greifen heute die Mechanismen von Verleumdung, Demütigung, (struktureller) Gewalt und Ausgrenzung? Wann ergreift auch uns die «Grosse Angst» und mit ihr magisch-irrationales Denken und Handeln?
Wir fragen nach Schuld und der Möglichkeit von Versöhnung. Letztlich bleibt, unsererseits, wohl die Bitte um Vergebung.


Programm
19.00 Uhr: Vernissage des Gedenkortes im alten Friedhof hinter der Kirche mit einem Kunstprojekt von Sonja Feldmeier.
19.20 Uhr: Öffentlicher Erinnerungsakt in der Kirche mit Grussworten resp. Ansprachen von
. Regierungsrätin Jacqueline Fehr
. Stadtpräsidentin Barbara Thalmann
. Kirchenpflegepräsidentin Gertrud Dubach
einem inhaltlichen Beitrag von
. Kirchenratspräsidentin Esther Straub
und musikalischen Improvisationen von
. Organist Stefan Schättin.

im Anschluss Apéro im Kirchgarten