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Matthias Rüsch

Predigtreihe: Glauben und Zweifeln

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Eine Predigtreihe zu Glauben und Zweifeln.

Im Neuen Testament sind die beiden - Glaube und Zweifel - meist geschwisterlich verbunden. Irgendeiner zweifelt da immer. Besonders grosse Zweifler finden wir gerade unter den Jüngern. Ihnen wird oft Kleinglaube vorgeworfen. So wirklicher Glaube fehlt da fast immer. Sollen wir nun ein Lob des Zweifelns anstimmen? Unser Zweifeln so legitimieren?
Matthias Rüsch, Pfr.,
Die Worte "Glaube" / "Glauben" scheinen sich im Neuen Testament explosionsartig zu vermehren. Sie werden zu einem der tragenden Begriffe. Wir können durchaus von einer (Neu-) Entdeckung des Phänomens des Glaubens auf eine vorher nicht da gewesene Art sprechen. 'Glaube' wird zum Identitätskriterium einer Gemeinschaft und involviert sowohl das Gefühl wie auch den Verstand.

Dem gegenüber tritt der 'Zweifel'. Die bekannten griechischen Ausdrücke dafür fehlen im Neuen Testament aber fast vollständig. Es werden eigene Ausdrücke dafür kreiert. So z.B. Bei Matthäus der 'Kleingläubige': er ist der im Glauben Ungläubige. Zum Glauben gehört also der Zweifel. Und auch umgekehrt gilt, und das ist doch eigentlich beruhigend: der Zweifel kennt den Glauben.

Eine kleine, über vier Sonntage sich erstrecken Predigtreihe geht nun dem Phänomen nach und macht es, hoffentlich, für uns fruchtbar.


Sonntag, 2. Februar 2020
Markusevangelium 9, 24
"Ich glaube, hilf meinem Unglauben!"
Der väterliche Hilfeschrei geht durch Mark und Bein. Denn die Krankheit des Sohnes ist tödlich. Wo ist da Heil? In der Heilungsgeschichte von Markus 9, 14-27 finden wir ein merkwürdiges, ja paradoxes Nebeneinander von Glaube und Unglaube. Und dazwischen schimmert der Zweifel auf - wenn das Vertrauen nun nicht hält? Dem Unglauben wird endlich jedoch geholfen.

Sonntag, 15. März 2020
Jakobusbrief 2, 17
"So ist es auch mit dem Glauben: Für sich allein, wenn er keine Werke vorzuweisen hat, ist er tot."
Wie wahr: Wasser predigen und Wein trinken, das geht doch nicht! Und doch: Müssen wir uns also doch immer immer noch das Heil mit guten Werken erkaufen? Sagt der Paulus nicht ganz anderes? Hier Glaube, dort Werke des Gesetzes? Dem müssen wir dann nachgehen. Ein grosses, hartnäckiges Missverständnis müssen wir jetzt schon aus dem Weg räumen: Glaube ist nicht blutleere Theorie, die nach tätiger Praxis schreit.

Ostersonntag, 12. April 2020
Johannesevangelium 20, 27
"Sei nicht ungläubig, sondern gläubig!"
Ist der Thomas wirklich einfach ein Ungläubiger oder nicht doch eher ein begnadeter Zweifler? Im Johannesevangelium kommt das Wort 'Glaube' nie vor, dafür aber um so mehr das Verb 'glauben'. Da wird aktiv geglaubt, handfest berührt, die leibliche Dimension des Glaubens in den Vordergrund gestellt. Und dennoch - oder gerade darum? - kann die Thomasepisode auch als 'Lob des Zweifels' gelesen werden.

Sonntag, 3. Mai 2020
Hebräerbrief 11, 1
"Der Glaube aber ist die Grundlegung dessen, was man erhofft, der Beweis für Dinge, die man nicht sieht."
Das musste ja mal noch kommen: eine Definition des Glaubens! Gerade in Zeiten des Abfalls vom Glauben und des immensen Zweifels braucht es eine Zweifelüberwindungsstrategie. Eigentlich ist es doch eine vernünftige Sache zu glauben, lebensförderlich. Stellen wir vor, Noah hätte nicht geglaubt und die Arche nicht gebaut! Wir brauchen heute auch wieder eine grosse Portion Hoffnung.

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