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Beatrice Baku Schulte

Kirche

Kronleuchter (Foto: zVg)Kronleuchter (Foto: zVg)
kirche von der kanzel — Kirche von der Kanzelkirche von der kanzel
Die Ustermer Kirche am Burghügel (Foto: Matthias Rüsch)Die Ustermer Kirche am Burghügel (Foto: Matthias Rüsch)

Wissenswertes zu Gebäude und Ausstattung

Kirche und Kirchturm
Die Evangelisch-reformierte Kirche Uster, eine klassizistische Querschiffkirche, wurde im Jahre 1823/24 an der Stelle der über 725-jährige romanische Vorgängerkirche am Ustermer Burghügel erbaut. Den Blickfang von aussen bildet über einer imposanten Aussentreppe der viersäulige Portikus mit toskanischen Säulen (9.6 Meter hoch). Auch im Kircheninnern bedient sich die Architektur der klassizistischen Formensprache. Der Raum - ein Festsaal für die Predigt, den Gottesdienst aber auch für die Kultur - erscheint zurückhaltend schlicht, besitzt aber durch die hohen Rundbogenfenster eine beachtliche Weite. Die erst bei der letzten Kirchenrenovation Mitte der 1980-er Jahre mutig eingebauten eleganten Kronleuchter aus italienischem Glas verleihen dem Kirchensaal etwas Nobles, Festliches.
Der damals staatliche Kirchturm wurde erst 1828 wieder errichtet und hat eine Höhe von 54 Metern. Die Zifferblätter der Turmuhr hat einen Durchmesser von zirka 4 Meter.

» Innenansichten
» Blumenimpressionen - Schmuck in der Kirche

Taufstein und Abendmahlstisch
Der Taufstein von 1825 besteht aus weissem Marmor mit der Inschrift: ES WERDE EUER EIN JEDER GETAUFT IN DEM NAMEN JESU ZU VERZEIHUNG DER SÜNDEN. Der abgedeckte Taufstein dient auch heute noch, entsprechend dem protestantisch-theologischen Raumprogramm des 19. Jahrhunderts, als Abendmahlstisch. Die beiden biblischen Sakramente, Taufe und Abendmahl, gehören zusammen und stehen somit auch bildlich im Zentrum.

Der Kanzelprospekt
Der markante Kanzelprospekt aus Marmor imitierendem Stuckmarmor stammt aus dem Jahr 1838. Zuvor tat an jener Stelle eine hölzerne Kanzel ihren Dienst, befriedigte aber nicht den Geschmack seiner Zeit und wurde der Kirchgemeinde Sitzberg überlassen.

Glockengläut
Das Geläut besteht aus vier Glocken, welche folgende Tonarten und Inschriften aufweisen:
- Glocke 1 (Tonhöhe a): Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit (511 kg)
- Glocke 2 (Tonhöhe e): Die Hand ans Werk, die Herzen himmelan, wo wird allein ein gutes Werk getan (1'242.5 kg)
- Glocke 3 (Tonhöhe cis): Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr (2'188 kg)
- Glocke 4 (Tonhöhe A): Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesu Christo (4'208.5 kg)
Gegossen wurden die Glocken von der Glockengiesserei J. Keller in Zürich. Der Glockenaufzug fand am 27. August 1882 statt.

» Aufnahme des Glockengeläutes von Uster

Orgel / Instrumente
Die 1963 durch Orgelbau Goll Luzern erbaute mehrmals renovierte Kirchenorgel ist bei vielen nationalen und internationalen Künstlern sehr beliebt. Sie verfügt über eine elektronische Setzeranlage mit elektronischer Traktur und Schleifladen.
- Orgelbau Goll Luzern 1963, III/61
- Revisionen: 1984 / 1997 / 2009 / 2025
- Schleifladen, elektronisches Traktursystem (Rieger), elektronische Setzeranlage

Weitere Instrumente: Orgelpositiv: Gedeckt 8' Prinzipal 4' Flöte 4' Prinzipal 2' Mixtur
Flügel: Steinway & Sons B-211

Der alte Friedhof
Zwischen Kirche und Burg befindet sich der ehemalige Friedhof. Heute ist er ein naturnaher Ort von grosser Beschaulichkeit. Seit dem Frühjahr 2026 befindet sich der Gedenkort von Elsbetha Bünzli im alten Friedhof. Elsbetha Bünzli wurde 1656 von Nachbarn beim Landvogt in Greifensee angezeigt, nach Zürich gebracht und dort der Hexerei angeklagt. Gefoltert, verurteilt und durch das Schwert hingerichtet, wurde ihr Körper auf einer Kiesbank der Sihl verbrannt und ihre Asche in den Fluss geworfen. Mit der Veranstaltungsreihe "Elsbetha Bünzli (1656 / 2026): heimgeholt" ist Elsbetha wieder einen Platz in der menschlichen Erinnerungsgesellschaft gegeben. "Heimgeholt" in der doppelten Bedeutung: Himmelschreiendes Unrecht hatte sie damals heimgeholt, heimgesucht. Nun ist sie wieder in die Ustermer Gedenkkultur heimgeholt, nach Uster zurückgeholt und ihr auf dem alten Friedhof hinter der Kirche einen Gedenkort gegeben worden. Für diesen Ort des Gedenkens und der stillen Reflexion hat die Künstlerin Sonja Feldmeier ein skulpturales Werk erschaffen, das zum Verweilen und Nachdenken einlädt.

» Zur Geschichte der Elsbetha Bünzli

200 Jahre neue Kirche am Burghügel