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Silvia Trüssel

Teilrevision Kirchenordnung

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Am 23. September 2018 entscheiden die stimmberechtigten Mitglieder der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich über eine Teilrevision der Kirchenordnung. Kirchenordnung – was ist das? Warum braucht es eine Teilrevision? Was ändert konkret?
Silvia Trüssel,
Die Kirchenordnung bringt Selbstverständnis, Wesen und Auftrag der Landeskirche zum Ausdruck. Sie hält fest, worauf die Kirche baut und vertraut: auf das Evangelium von Jesus Christus. Und sie beschreibt den Auftrag der Landeskirche zur Verkündigung der Frohen Botschaft in Wort und Tat und in Offenheit gegenüber der ganzen Gesellschaft.

Gleichzeitig enthält die Kirchenordnung Bestimmungen, die das Wirken der Kirche konkret regeln: Sie legt die Aufgaben und Strukturen in Kirchgemeinden, kirchlichen Bezirken und auf kantonaler Ebene fest. Sie bestimmt Rechte und Pflichten der Mitglieder, Behörden, Pfarrerinnen und Pfarrer und Mitarbeitenden.

(Auszug aus dem Flyer zur Abstimmung)

Weitere Informationen finden Sie hier: » www.zhref.ch/kirchenordnung

Die Vorlage wird rege diskutiert, pointierte Meinungen sind an diversen Informationsveranstaltungen und auch in den sozialen Medien und Leserbriefen zahlreich zu hören und lesen.

Auch im Pfarrteam haben wir diskutiert und unterschiedliche Meinungen gebildet:

«Vor wenigen Jahren ist eine neue Kirchenordnung in Kraft getreten. Nun kommt schon eine weitreichende Teilrevision. Manches kann einen dabei gelassen lassen. Zwei Tendenzen sind aber bedenklich: Einerseits nimmt der Kirchenrat vieles an sich, was bisher in der Gemeindehoheit lag. Die kleiner werdende Landeskirche sucht Stärke in grösserem Zentralismus. Und anderseits wird nun das Kirchenumbauprojekt Kirchgemeindeplus in die Kirchenordnung hineingeschrieben und fixiert. Ziel ist es, kleine Kirchgemeinden verschwinden zu lassen und nur noch in grossen Einheiten zu denken. Die einschneidendste Änderung betrifft die Pfarrstellenzuteilung: mit einem neuen, angeblich «gerechten» Verteilschlüssel werden kleinere und mittlere Gemeinden klar benachteiligt. Einer Landgemeinde mit 1'000 Mitgliedern wird noch eine halbe Pfarrstelle zugestanden. Erst ab 2'000 Mitglieder wird das Dorf mit einer ganzen Stelle rechnen können. Das wird die kirchliche Landschaft klar ausdünnen. Die Revision ist nur für die Stadt gedacht. Die Revision ist übereilt angezettelt. Ein Nein macht den Weg frei für eine saubere Vorlage, die auf die Stimme der Mitglieder hört.»

Matthias Rüsch, Pfarrer


«Als Pfarrerin stimme ich für die neue Kirchenordnung. Zwei Argumente möchte ich hier nennen:

1. Der Fokus auf die eher städtisch geprägten Passivmitglieder scheint mir für eine sogenannte "Volkskirche", für eine Landeskirche in einem sinnvollen Verhältnis zu stehen zu gewissen Abstrichen im Zusammenhang mit ländlicher geprägten, als «lebendig» wahrgenommenen Kirchgemeinden mit verhältnismässig mehr Aktivmitgliedern. Letztere waren insgesamt vorher in Bezug auf die Pfarrzuteilung und somit finanziell eher bevorzugt.
2. Eine bezüglich des Status Quo entwertende Kommunikation soll nicht eine rechtlich gut durchdachte Vorlage verhindern. Pfarrer und Kirchenratspräsident M. Müller lässt sich auf der Homepage der Zürcher Landeskirche (vgl. Website der reformierten Kirche Kanton Zürich, Kirchenrat, Predigten zu Ordination und Beauftragung, Predigt 2018) zu den neuen Regelungen der geplanten teilrevidierten Kirchenordnung folgendermassen zitieren:

«So muss Kirche sein. Ein Ort, der Erwartungen weckt, und nicht ein Ort, der vor allem Zutritte regelt und Glaubensdogmen und Bekenntnisse vorschreibt! Ich nehme als Beispiel die neuen Regelungen zu Taufe, Trauung und Abdankung in der Teilrevision der Kirchenordnung: Neu dürfen die Leute einen Wunsch haben, ein Anliegen begründen. Und die Pfarrerinnen und Pfarrer nehmen das dann ernst.»

Das ist nicht neu. Bereits heute versuchen wir als Pfarrteam in Uster, Sie als Mitglieder ernst zu nehmen. Bereits heute dürfen Sie einen Wunsch haben. Und trotzdem möchte ich mich durch solche Voten nicht in meinem gesamten Abstimmungsverhalten beeinflussen lassen.

Deshalb stimme ich Ja zur neuen teilrevidierten Kirchenordnung.»

Bettina Wiesendanger, Pfarrerin


Das Pfarrteam freut sich, wenn Sie mit uns diskutieren möchten.